So am 01.08.2016 sind es 18 Monate her, dass man mich nach über 20 Jahren Tätigkeit in einer Führungsposition wortlos gekickt hat.

20 Jahre lang war ich rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen erreichbar bei Erkrankungen und Fahrzeugdefekten, bei Großschadensfällen und bei größeren Unfällen.

Jahrelang habe ich sogar aus der eigenen Tasche die Domainkosten und die Webspacekosten übernommen, damit die Organisation im Internet vertreten war und habe auch deren Internet-Seite zu einer der aufwendigsten und inhaltsstärksten aufgebaut, die deutschlandweit Beachtung erhielt und oft als Vorzeigeobjekt genannt wurde und diente.

In manchen Jahren habe ich alleine als Führungskraft bei Großschadensereignissen pro Jahr 1650 Stunden ehrenamtlich zusätzlich zu meinem Job geleistet (1650 Stunden im Jahr ist eigentliche alleine schon eine Vollzeitstelle), plus Besprechungen, unzähligen Telefonaten bei Personalerkrankungen, Fahrzeugdefekten rund um die Uhr und dies 20 Jahre mit meinem Privathandy und zu meinen Lasten, unzähligen ehrenamtlichen Wochenenddiensten im Jahr bei Großveranstaltungen, unzählige Sitzungen auf Gemeinden und Städten und in diversen Gremien etc. – letzlich gab es dadurch in einigen Beziehungen permanent Spannungen deswegen und darum ging auch so manche Beziehung durchaus daran kaputt, dass auch nachts häufig das Telefon zuhause klingelte oder man auch nachts oder am Wochenende zusätzlich zum eigentlichen Beruf in der Hilfsorganisation an dem oft einzigen freien Wochenende eine Monats da auch noch unterwegs war oder mal „eben schnell wegmusste“ oder „mal schnell was klären musste“.

Mein Verständnis einer Führungskraft war noch (hier sei mir ein kleines Beispiel erlaubt) dass ich in meinem Winterurlaub, nachdem die eigentliche Führungskraft wegen Urlaub nicht erreichbar war, JEDEN Tag von dem Skigebiet wo unser Hotel war 30 Minuten ins Tal gefahren bin, weil erst dort ein Handynetz war um mit unserer Sekretärin Dinge wie den Dienstplan, Bestellungen etc. zu organisieren und dies EHRENAMTLICH in meinem Urlaub, weil die Kollegen ja ihre Urlaubsanfragen, Dienstplanupdates etc. zu Recht haben wollten!

.. und dann wird man lapidar in einem Nebensatz bei einer Personalversammlung entsorgt und bis zum heutigen Tag war man es nicht wert, dass man mit mir einmal ein persönliches Gespräch geführt hat oder dies gar begründet hat! Alle meine Anfragen nach einem persönlichen Gespräch oder wenigstens einem Grund für diese "Entscheidung" blieben komplett unbeanwortet und man sitzt es bis zum heutigen Tag erfolgreich aus!


Aus den Augen aus dem Sinn, der nächste Idiot wird sich schon finden, den man verheizen kann!

 

Warum schreibe ich das?

Nicht um schmutzige Wäsche zu waschen, sondern um junge Menschen, die sich ähnlich engagieren zu warnen:

Vergesst Euer Privatleben nicht, vergesst die Freunde nicht, vernachlässigt die Familie nicht!

Kein Ehrenamt dieser Welt ist es wert, dass zu vernachlässigen!!                                  


Klar kann man sich engagieren, aber man darf nicht vergessen dass in der Regel kein Dank kommt, man muss es für sich machen und egal was man auch einbringt, es wird innerhalb weniger Monate vergessen sein oder man ist gar der Bösewicht, wenn man Fehlentwicklungen und Defizite anspricht und diese Dinge nicht als Gottgegeben und in Stein gemeißelt hinnehmen möchte, oder aber man wird irgendwann als „Querulant“ hingestellt um nicht die alten bequemen festgefahrenen Pfade verlassen zu müssen oder gar um Fehler einzugestehen!

 

Kein Ehrenamt dieser Welt ist es Wert, dass alles zu opfern!


Denn schon nach wenigen Monaten weiß kein Mensch mehr, was Du dein Leben lang geleistet hast, keiner hinterfragt, keiner macht sich stark, keiner steht zu dir und der nächste darf sich dann versuchen und wird dann auch benutzt bis zum geht nicht mehr! Nur ganz wenige werden sich öffentlich hinter dich stellen, werden hinterfragen, aber werden letztlich mit den Tagen leiser und leiser und nehmen es dann auch so hin.

Viele Menschen, die jahrelang von deiner Hilfe profitiert haben, denen du oft z.B. noch Urlaub ermöglicht hast wo eigentlich nicht mehr möglich war, denen Du einen Ersatz gesucht hast, damit sie wichtige private Dinge regeln konnten, werden sich einfach auf den nächsten stürzen, da du ja nicht mehr nützlich bist!


Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass es das nicht wert war und man offensichtlich ausgenutzt wurde, obwohl einem bis zum höchsten Chef hinauf versprochen wurde, dass man die uneingeschränkte Unterstützung hat und dass man doch bitte noch ein wenig durchhalten soll - so hat man Jahre durchgehalten und wird dann einfach fallengelassen!


Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass man viel Zeit und lange Jahre offensichtlich aufs falsche Pferd gesetzt hat.


Diese Praxis funktioniert leider immer noch in der heutigen Zeit, denn sonst könnte man nicht so mit Menschen umgehen und noch dazu in angeblichen sozialen Verbänden!
 

Wenn Ihr wirklich was erreichen möchtet, wenn Ihr wirklich was erschaffen möchtet, macht Euer eigenes Ding, das erspart Euch viele Enttäuschungen!

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